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Solidarität ist jetzt angesagt! In Katalonien fand heute das statt, was sich viele Sozialisten, Linke usw. immer wieder wünschen: ein politischer Generalstreik.

 


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von Andreas Grünwald

Ein Generalstreik, der trotz des Widerstandes einiger Gewerkschaftszentralen, nahezu das ganze Land erfasste. Der Generalstreik richtete sich gegen einen bürgerlichen autoritären Staat. Gegen seine Justiz, seine bewaffneten Organe, seine Verwaltungsstrukturen. Die Menschen forderten erneut ihr Recht auf Selbstbestimmung. Nichts ging mehr. Alle Räder standen still, weil der starke Arm der Katalanen es will.

In Katalonien gingen aber nicht nur Arbeiter auf die Straßen. Erneut blockierten Tausende Bauern mit ihren Traktoren alle Autobahnen. Unterstützt von Selbständigen und Schein-Selbständigen, wie den Busfahrern. War das nicht Arbeiter- und Bauernmacht? Dazu kamen Zehntausende junge Leute. Von den Universitäten und aus allen Bildungseinrichtungen des Landes..

In Katalonien lassen sich die Leute nicht mehr einschüchtern. Sie sagen: wir wollen und wir werden so leben, wie wir es möchten! Wir haben die Angst vor euch da oben in den Konzernzentralen und in der politischen Verwaltung in Madrid verloren. Ihr könnt uns schlagen, ihr könnt uns einschüchtern, ihr könnt uns in Haft nehmen, aber wir werden nicht aufgeben!

In Katalonien erheben die Menschen die Estelada. Die Fahne mit dem gelben Hintergrund und den vier roten Balken, meist geschmückt noch durch einen weißen Stern auf blauem Hintergrund. Diese Fahne, sie steht nicht nur für die Unabhängigkeit Kataloniens, sondern auch für die Traditionen der katalonischen Arbeiterbewegung. Es ist die Fahne des Widerstands gegen das faschistische Franco-Regime.

In Katalonien fordern die Menschen nicht nur politische und soziale Reformen, sondern vor allem wirkliche Demokratie! Und gleichzeitig fordern sie, dass Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken, Aufnahme in ihrem schönen Land finden! Sie fordern es, obwohl auch in Katalonien viele Menschen erwerbslos sind, gerade auch in der jüngeren Generation.

Und was lese ich in den Kommentar-Spalten einiger meiner Genossinnen und Genossen? Nationalismus sei das, der zudem darauf basiere ökonomische Vorteile zu Lasten der anderen Menschen auf der iberischen Halbinsel nur für sich zu reklamieren. Die Sozialisten, die Kommunisten, die Linken in Spanien sehen das völlig anders. Sie unterstützen die Katalanen mit Massendemonstrationen. Sie begreifen, dass es hier nicht um Nationalismus, Egoismus und ähnliches geht, sondern um eine sich im Start befindliche revolutionär-demokratische Bewegung, die vielleicht ganz Spanien zu Gunsten der Menschen, zu Gunsten der Unterdrückten und zu Lasten der alten Eliten verändern kann. Aber einige meiner deutschen Genossinnen und Genossen, die wissen es besser: Nein: Dort wo Fahnen getragen werden, die nicht rot sind, dort wo der Ruf nach Unabhängigkeit laut wird, da kann es sich nur um Nationalismus handeln.

An diesem Freitag wird es in Hamburg eine Solidaritätsaktion mit den Katalanen geben. Um 18 Uhr vor dem Spanischen Generalkonsulat. Die Aktion wird nicht von linken Parteien organisiert, sondern von jungen Aktivisten von DIEM25. Die haben zur Frage der Unabhängigkeit ihre ganz eigenen Positionen, die von denen der katalanischen Parteien, auch von den meinen, abweichen. Aber sie sind solidarisch. Und nur darauf kommt es jetzt an!

© Andreas Grünwald

Quellenangaben:

  • Grafik: © Oliver Wiemann / Facebook
  • Video: © Reel News / Facebook

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