aktuelle News Ein bemerkenswerter Brief an die Meinungsmanipulatoren unserer Tage.
Friedhelm Klinkhammer war Gesamtpersonalratsvorsitzender des NDR und zeitweise persönlicher Referent der Direktorin des NDR-Landfunkhauses Niedersachsen. vb



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Sehr geehrte Damen und Herren,

der Präsident der Ukraine feierte gestern den Unabhängigkeitstag seines Landes mit großen Worten und militärischem Pomp.

Wie so oft in letzter Zeit machten Sie aus Ihrer Sympathie zum Präsidenten keinen Hehl, auch wenn der über seine derzeitigen Neonazi-Helfer in Armee und Gesellschaft und über die Nazi-befleckte Vergangenheit seines Landes schamlose Wertschätzung äußerte.

Hier eine Kostprobe:

Auszug aus Poroschenkos Rede

„Unsere Streitkräfte, die Nationalgarde, die Grenztruppen und die Freiwilligen-Bataillone folgen verdienstvoll dem militärischen Ruhm der alten fürstlichen Militärverbände und den Zaporoschener Streitkräften, den Schützen des ukrainischen Sitsch und den Soldaten der Ukrainischen Aufstandsarmee, der Armee der ukrainischen Volksrepublik, und der Ukrainer, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges die Ukraine vor den Reihen der Roten Armee geschützt haben. Die Wahrheit über den Sieg der Beteiligten an der Antiterroristischen Operation wird mit goldenen Buchstaben in die militärische Geschichte der Ukraine eingeprägt sein.“

Anmerkung von mir: Es sind nun fast 73 Jahre her, dass die deutschen Mörder und ihre ukrainischen Hilfstruppen (das waren die, die das Land vor der Roten Armee schützten) innerhalb weniger Tage 30.000 Juden in der Schlucht von Babi Jar, am Rande von Kiew, ermordeten.

Dass wir hierüber nichts, rein gar nichts, erfahren, ist ein weiteres Indiz dafür, dass insbesondere bei TS/TT journalistisch unvertretbar schlampig, einseitig und propaganda-beladen berichtet wird.

Denken Sie mal darüber nach, inwieweit Sie mit der Art Ihrer Berichterstattung auch das Geschäft von Neo-Faschsisten und ihren Sympathisanten befeuern. Aber ich bezweifele inzwischen Ihre Fähigkeiten zur Selbstreflektion.

Mit freundlichen Grüßen

F. Klinkhammer

PS: Sehr geehrte Damen und Herren,

wieder einmal wird falsch bzw. schlampig bei der TS berichtet.:
Zu dem Bericht über den neuen beabsichtigten russischen Hilfskonvoi heisst es bei Ihnen:
"Der Schritt ( Anmerkung: Gemeint ist der erste Konvoi) stieß in der Ukraine, bei den Vereinten Nationen und bei der NATO auf Kritik."
Das ist falsch. Richtig ist:
Der Sicherheitsrat und die UNO haben das Vorgehen Russlands nicht kritisiert, wie auch, wenn Russland ein Vetorecht hat. Der Generalsekretär hatte lediglich seine Besorgnis geäußert.
Mit freundlichen Grüßen
F. Klinkhammer


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