Brüssel zapft Energiequelle Irak an
Um die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland zu reduzieren, hat
die Europäische Union eine engere strategische Partnerschaft mit dem
Irak angekündigt.EU will sich weiter von Russland abnabeln
von
Manuel Haglmüller
Brüssel/Bagdad- Wie die Kommission mitteilt, werden die Beziehungen in dem Bereich ausgebaut. Energiekommissar Andris Piebalgs hat dazu eine Absichtserklärung mit dem irakischen Ölminister Hussein Al-Schahristani unterzeichnet. So werde die Rolle des Iraks als Öl- und Gaslieferant nach Europa gestärkt. Der Aufbau langfristiger Beziehungen soll für beide Seiten vorteilhaft sein. Angesichts der nach wie vor bedenklichen Lage im Irak ist das Land aber alles andere als ein sicherer Lieferant.
Politische Konflikte maßgeblich
"Die Situation im Irak ist gerade im Norden, wo derzeit die Förderrechte vieler Ölfelder vergeben werden, noch recht instabil", meint Sintje Diek, Analystin bei der HSH Nordbank, im Gespräch mit pressetext. Dabei spielen politische Konflikte und Krisen etwa in puncto Versorgungssicherheit eine wesentliche Rolle. Der Expertin zufolge wird das Ölangebot im Irak in den kommenden Jahren stark ausgeweitet. Zwar sei es klug, sich rechtzeitig Anteile zu sichern. "Der Prozess ist aber noch mit einer hohen Unsicherheit behaftet", betont Diek.


Beiderseitige Kooperation
Bereits vor knapp zwei Jahren hat die EU den Irak als künftigen Erdgaslieferanten gewonnen. Ab 2011 sollen rund fünf Mrd. Kubikmeter importiert werden. Das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen dem Irak und der EU bilde zudem die Grundlage für den weiteren Ausbau der Beziehungen "in einer großen Zahl von Bereichen". In der Entwicklung einer Energiepolitik für die irakische Bevölkerung, der Versorgungssicherheit bei Lieferungen des Iraks in die EU, im Bereich Erneuerbarer Energien und bei Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz würden die Union und der Irak nunmehr enger zusammenarbeiten.
Kommissar Piebalgs zufolge kann der Irak "zu einem maßgebenden Erdgaslieferer für den südlichen Korridor werden". Im Gegenzug könne die EU in dem Land beim Ausbau der Elektrizitätsversorgung sowie der Nutzung der "enormen Erneuerbaren Energiequellen" helfen. Die Absichtserklärung lege die Rahmenbedingungen für die Vereinbarungen fest.
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